Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir mein Windows herbei || Über Android-Apps im Unterricht

Die Auswahl an auf Windows basierenden Programmen ist heutzutage sehr groß, gar riesig. Auch ich habe darüber nachgedacht, ob ein Tablet mit Android oder iOS wirklich eine gute Entscheidung ist. Die App-Auswahl ist zwar schon sehr vielfältig, doch stetig ist man auf solchen Betriebssystemen gewissermaßen eingeschränkt. Mit Windows hat man in dieser Hinsicht die bessere Karte gezogen; oder es scheint zumindest erstmal so. Es ist gewöhnungsbedürftig, wenn die tagtäglichen Programme, wie z.B Microsoft Office oder OpenOffice, durch leistungsärmere Apps mit Touch-Bedienung ersetzt werden. Ein „Umschalten“ ist definitiv nötig, denn alle Elemente – von Funktionen bis zur Bedienung – ändern sich immens.

Um einen groben Einblick in die Unterrichtsgestaltung mit einigen nützlichen auf Android-basierenden Programmen (Apps) zu bekommen, hier eine Liste der bisher wertvollsten Apps in meinem Sortiment; teilweise auch mit textuellen oder grafischen Beispielen.

EVERNOTE – Notizen überall
Diese App ist kostenlos, war bei mir sogar schon vorinstalliert. Sie ist äußerst praktikabel, um Notizen aufzuzeichnen. Durch die Erweiterung „Skitch“ lassen sich auch Bilder bearbeiten und hinzufügen. Die Verwaltung ist sehr einfach und übersichtlich, außerdem gibt es für Mac und Windows eine Software, mit der man die Notizen auch über das Laptop oder einen anderen Computer einsehen und bearbeiten kann. Kritikpunkt: Die Gestaltungsmöglichkeiten sind sehr eingeschränkt, so lassen sich z.B. auf einem Tablet keine Tabellen oder Ähnliches anlegen, sondern nur einsehen, wenn diese über die Software am Computer schon erstellt wurden. Bearbeiten lassen sich diese dann logischerweise auch nicht.

Das Programm "Evernote" ist für rein textuelle mit wenig Formatierung (außer Bilder) bestens geeignet.
Das Programm „Evernote“ ist für rein textuelle mit wenig Formatierung (außer Bilder) bestens geeignet.

MINDJET – Mind-Maps im einfachen Stil
Die App ist wirklich sehr praktisch, wobei sich die Bedienung bei der ersten Nutzung als gar nicht so einfach erwies, doch nach 2-3 erstellten Maps kennt man die Bedienelemente beinahe auswendig. Natürlich ist es nicht nur einfach, Elemente an die Mind-Map anzufügen und diese zu sortieren (Punkte und Unterpunkte), sondern auch der Export als Bild, Text oder Datei funktioniert einwandfrei, somit lassen sich die Mind-Maps z.B. kinderleicht in „S Note“ einfügen.

Mind-Map erstellt mit MindJet; Thema: Krisen der Weimarer Republik (Ausschnitt), Fach: Geschichte
Mind-Map erstellt mit MindJet; Thema: Krisen der Weimarer Republik (Ausschnitt), Fach: Geschichte

S NOTE – Schulhefte digital
Das wohl genialste Programm, das ich während des ganzen Experimentes kennenlernen durfte. Es fungiert allerdings nur in Verbindung mit der „Samsung Galaxy Note“ Reihe, wobei die Funktionen von Gerät zu Gerät etwas abweichen, im Gesamten aber doch sehr ähnlich sind. Eine strukturiertere Heftführung hatte ich in meinem Leben noch nie! Außerdem habe ich noch nie in meinem Leben solch schön-geschmückte Hefter besessen, nun werden sie sogar niemals schwerer…! Die App war schon vorinstalliert, Updates gibt es nur über Samsung direkt. Für die iPad-Nutzer einen Trost: Es gibt auch unter iOS eine ähnliche App namens „Notes Plus„, allerdings gibt es keinen wirklich geeigneten Stift für das iPad.

Ausschnitt einer Aufzeichnung des Faches Mathematik; Thema: Normalengleichungen. So ordentlich hätte ich das wahrscheinlich nie gemacht...
Ausschnitt einer Aufzeichnung des Faches Mathematik; Thema: Normalengleichungen. So ordentlich hätte ich das wahrscheinlich nie gemacht…

BROWSER – Neue Sportart: Surfen
Wer surft nicht gerne? Der Android-Browser schafft es tatsächlich, dem PC-Browser sehr ähnlich zu sein (in Sachen Möglichkeiten). Doch es gibt auch andere Browser, wie z.B. den „Mozilla Firefox„, der den „Firefox-Sync“ anbietet (Lesezeichen, etc. auf allen Geräten gleich). Doch auch andere bekannte Browser sind unter Android verfügbar, darunter z.B. Opera oder Chrome.

OFFICE – Word, Excel, Powerpoint und mehr
Office-Apps gibt es unzählige. Sie können Word-Dokumente, sowie auch Excel- und Powerpoint-Dateien gut anzeigen, das Bearbeiten ist einfach und funktioniert meistens ohne Probleme. Nur bei sehr umfangreichen Excel-Tabellen mit Programmierung, etc. machen viele Office-Apps schlapp und zeigen die Datei komplett verzogen an. Bei mir war „Polaris Office“ vorinstalliert, besonders oft nutze ich es nicht, doch zufrieden bin ich damit.

KINDLE – für Leseratten
Wer gerne liest, dem wird die App sicherlich gefallen. Der Kindle ist das EBook-Gerät von Amazon.de, wer solches nicht besitzt, kann das natürlich trotzdem über die App in Anspruch nehmen. Alte Lektüren, die man in der Schule liest (Die Jungfrau von Orleans, Die Marquise von O, …) sind im Kindle-Store sogar kostenlos, die Ansicht lässt sich individuell einstellen und wichtige Passagen lassen sich mit einem Lesezeichen oder einem digitalen Textmarker markieren. Nachteil: Bei direkter Sonneneintrahlung muss das Lesen wohl eher ausfallen.

Ausschnitt der Kindle-Übersicht. Hier: kostenlose und kostenpflichtige Bücher, die wir in der Schule lesen (mussten).
Ausschnitt der Kindle-Übersicht. Hier: kostenlose und kostenpflichtige Bücher, die wir in der Schule lesen (mussten).

STUNDENPLAN – Schulische Organisation
Welche Note hatte ich nochmal dieses Jahr in der Klausur? Und letztes Jahr? Tja, würde man nun den Stundenplan Deluxe nutzen, hätte man einen klaren Überblick über alle geschriebenen, mündlichen und Referatsnoten. Die Erstellung mehrerer Stundenpläne und auch die Abwechslung von 2 unterschiedlichen Wochen (z.B. rote/grüne Woche) ist einfach einzustellen und gut zu nutzen! Ein weiteres kostenloses Feature: Die App stellt das Smartphone/Tablet während des Unterrichtes stumm, damit kein Schüler mehr in Zukunft Kuchen mitbringen muss. Einziger Kritikpunkt: Die Backup&Restore Funktion hat bei mir nicht ordentlich funktioniert, sodass ich nun eine Backup-Datei der letzten Noten habe (seit dem Tablet-Wechsel), sie aber nicht wiederherstellen kann. Das ist wirklich ein fettes Minus, ansonsten ist die App nur zu empfehlen.

KALENDER – Ginge Dienstag?
Ohne meinen Kalender wäre ich aufgeschmissen; ich benötige die Erinnerung meiner Termine, die ich dank Widget direkt auf meiner Startseite habe. Einen übersichtlichen Kalender liefert meiner Meinung nach Samsung von Haus aus, aber da gibt es im Play Store noch unzählige andere Kalender-Apps. Positiv am Standartkalender: Ich kann z.B. durch kostenlose Cloud-Apps, wie „OneMediaHub„, meinen Kalender auf dem Tablet mit dem auf meinem Computer/Laptop/Handy synchronisieren, damit ich immer und überall einen einheitlichen Kalederinhalt vorfinde. Diese Lösung finde ich optimal für meine vielfältige Nutzung.

CAMSCANNER – Digitalisierung von Arbeitsblättern
Kaum benutze ich nur noch das Tablet, schon battlen sich die Lehrer, wer am meisten Arbeitsblätter austeilen kann, so viele Blätter habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht bekommen. Die Frage, die ich mir dann natürlich gestellt habe: Wie bekomme ich die Arbeitsblätter nun in mein Tablet rein? Einscannen? Zu viel Arbeit! Abfotografieren! Das war die Lösung, die spezielle Apps zum Digitalisieren nochmals perfektionierten! (Beispiel: „CamScanner„)

DUDEN, LEO – Wörterbücher international
Neben der direkten Internetseite gibt es auch Apps zum Nachschlagen von deutschen oder anderssprachigen Wörtern. Beispiele: „LEO“ oder „Duden„.

WIKIPEDIA – Wissen weltweit als App
Jeder kennt sicher „Wikipedia“, nun gibt es das gebündelte Wissen auch als App für Android und sicher auch für iOS.

AUDIBLE – Hörbücher überall
Ab und zu höre ich mal gerne ein Hörbuch, auch Schullektüren lassen sich oftmals leichter hören, als sie lesen zu müssen. Audible ist ein Tochterunternehmen von Amazon.de, dort gibt es die verschiedensten Hörbücher und dazu gehören eben auch teilweise Bücher, die wir in der Schule lesen (müssen). Die App ist einfach bedienbar und funktioniert flüssig und einwandfrei.

CALCULATOR – Mathe wird zum Kinderspiel
Mathe war noch nie mein „Problemfach“, aber durch das Tablet bin ich im Mitschreiben und Ausrechnen schneller geworden! Ich kann einfach den simplen Taschenrechner, in den man die geünschte Rechnung einfach reinschreibt, und „S Note“ nebeneinanderlegen und habe somit meine perfekte Mathe-Übersicht. Auch Gleichungen kann der Taschenrechner ausrechnen, Tangens, Sinus und Cosinus sind keine Problem, ebenso der Arcus-Tangens, -Sinus und -Cosinus. Bei den Wurzeln gibt es einen kleinen Abzug, denn die App kann nur quadratische Wurzeln ziehen (nicht etwa die 3. oder 5. Wurzel), der Trick der „Wurzel aus der Wurzel“, somit der 4. Wurzel funktioniert allerdings, lediglich die ungeraden Wurzeln müssen per Hand bzw. mit einem anderen Taschenrechner ausgerechnet werden.

DROPBOX, GOOGLE DRIVE – Cloud Speicher
Durch Dienste, wie „Dropbox„, „Google Drive“ oder andere lassen sich Dokumente, Bilder und Videos bequem auf einem Online-Speicher ablegen und von überall aus aufrufen. Außerdem können mehrere Leute gleichzeitig an einem Dokument arbeiten, sie können freigeschaltet und geteilt werden.

FAHRPLAN APP – ÖPNV
Wer sich nicht sicher ist, wann eine Bahn fährt, wo die Haltestellen liegen und zu welchen Zeiten man umsteigen muss, der sollte in den Genuss von Fahrplan-Apps kommen. Es gibt direkt von der Deutschen Bahn eine App, ebenso von der VGF/RMV, sehr nützlich auch die App-Reihe „Öffi„, von der man sehr nützliche Informationen bekommen kann.

DRUCKEN – auch mal Papier
Es ist möglich, Bilder, Dokumente und vieles andere direkt vom Tablet aus zu drucken. In meinem Fall habe ich verschiedene Möglichkeiten: Entweder besitze ich einen Samsung-Drucker, der mir über Bluetooth z.B. PDF-Dateien druckt, oder ich besitze einen WLAN-Drucker, den ich dank spezieller „Printer Apps“ (z.b. PrinterShare) mit meinem Tablet verbinden kann, oder ich habe keines von beidem und muss meinen USB-Drucker über meinen Computer im Netzwerk freigeben; das Drucken funktioniert dann allerdings nur, wenn der Computer auch angeschaltet ist. Ich habe es ausprobiert und war positiv überrascht, obwohl ich die Variante Nummer 3 nutzen musste. Die anderen Möglichkeiten wären nochmals einfacher gewesen.

WORDPRESS – Bloggen auch mal unterwegs
Zu guter Letzt muss ich natürlich auch die WordPress-App erwähnen, da ich auch diese schon öfters sinnvoll und intensiv genutzt habe. Der Umfang ist allerdings erheblich kleiner, auch der Aufbau ist gewöhnungsbedürftig. Wenn es nur um den textuellen Inhalt geht, so ist sie aber doch in dem Sinne hilfreich, dass man den angefertigten Entwurf einfach weiter bearbeiten kann.

Es gibt sicherlich noch viele andere Apps! Die Liste darf sehr gerne von allen in den Kommentaren erweitert werden, ich freue mich auf weitere, mir noch unbekannte Helferlein für das nächste Jahr!

Liebe Grüße
dMUEL – Dominik

2 Gedanken zu “Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir mein Windows herbei || Über Android-Apps im Unterricht

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